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Hope Diamant - Der verfluchte Edelstein


Originalzeichnungen von Tavernier zum Hope Diamanten
Originalzeichnung von Tavernier
zum blauen Diamanten
Der Hope Diamant zählt zu den bekanntesten Diamanten der Welt was nicht nur auf seine Form, Farbe und Größe zurückzuführen ist, sondern vor allem seiner sagenumwobenen Geschichte. Gefunden wurde er in Indien, in einem Nebenfluss des Kooleron vom Entdecker und Diamantverkäufer Jean-Baptiste Tavernier. Laut einer Legende wurde Tavernier das erste Opfer des Steins, da er den Stein aus einer Statue einer indischen Gottheit gestohlen haben und anschließend von wilden Hunden zerrissen worden sein soll. Tatsächlich starb er aber im hohen Alter von 84 Jahren als reicher Mann in Russland. Von Tavernier gelang ein dunkelblauer Diamant mit 115 Karat (23.0 g) zum französischen König Ludwig XIV.. Dieser unbehandelte Diamant ging unter dem Namen Tavernier Blauer Diamant in die Geschichte ein. Doch bei diesem sollte es nicht bleiben, denn Ludwig XIV. entscheidet den riesigen Diamanten zu teilen. Der Hofjuwelier schafft auf Wunsch des Königs eine Meisterleistung und fügt dem Diamanten 63 neue Facetten hinzu. Der neue, nun 67.125 Carat und 13.4250 g schwere Diamant ist ab nun unter dem Namen Blauer Diamant der Krone von Frankreich (diamant bleu de la Couronne de France) bekannt, woraus später vereinfacht der French Blue wurde.

Von Ludwig XIV. gelangte der French Blue zu Ludwig XVI. und seiner diamentenliebenden Königin Marie Antoinette. Das letztere durch die Französische Revolution am Fallbeil starben, dürfte bekannt sein, dass daran aber wahrscheinlich der Fluch des French Blue Schuld hatte, das wahrscheinlich nicht. Zumindestens besagen es so die Legenden, tatsächlich ist historisch gar nicht gesichert, dass Marie Antoinette jemals den Diamanten trug. Nach dem die letzte Trägerin des Diamanten also auf grausame Weise ihr Leben verloren hatte, sollte der Diamant und die königlichen Kronjuwelen eigentlich in das königliche Lagerhaus sicher zu verwahren. Lange lagerten sie dort aber nicht, im September 1792 begeht eine professionelle Diebesbande den größten Juwelenraub der Geschichte.

So verschwindet auch erst einmal der French Blue von der Bühne der Geschichte und erst im Jahr 1812 taucht ein blauer Diamant in London auf. Doch dieser unterscheidet sich vom French Blue, zwar ähnelt er diesem, aber er unterscheidet sich in Form und Größe. So wog dieser mysteriöse blaue Diamant nur 45 Karat und man ging deshalb davon aus, dass dies ein neuer Diamant sei und dieser war ab sofort unter dem Namen London Blue bekannt.

Im Jahr 1830 taucht der London Blue wieder in der Geschichte auf. Der Käufer ist der Mann, durch den der Diamant seinen heutigen Namen bekommen soll: Henry Philip Hope. Schon zu diesem Zeitpunkt gehen Gerüchte um, dass der Hope Diamond der noch einmal bearbeitete French Blue ist. Erst im Jahr 2005 konnten Wissenschaftler diese These bestätigen.

Auch vor den Hopes machte der angebliche Fluch des Hope-Diamanten nicht halt. Im Jahr 1887 erbte der erst 21 Jahre alte Lord Francis Hope den Diamanten, verlor aber diesen und sein ganzes Hab und Gut.

Bild von Evalyn Walsh McLean Käuferin des Hope Diamanten
Evalyn Walsh McLean
Der Hope Diamant wechselte also erneut den Besitzer und fand seine neue Herrin in Evalyn Walsh McLean. Diese kauften den Diamanten von Pierre Cartier, allerdings sicherte dieser ihr zu, den gesamten Zahlungsbetrag wieder zu erstatten, wenn sie selbst vom Fluch des Diamanten getroffen würde. Sie selbst glaub nicht daran, aber auch ihre Familie erleidet eine ganze Reihe von Tragödien. Erst wird Evalyns kleiner Sohn von einem Auto angefahren und stirbt an seinen Verletzungen. Dann geht die Washington Post bankrott, die Zeitung die der Familie gehört und zu einem Verlust von einem großen Teil des Familienvermögens führt. Darüber hinaus endete Evalyns Mann in einer Irrenanstalt und die einzige Tochter begeht im Alter von erst 25 Jahren Selbstmord. Auch wenn die Öffentlichkeit nach diesen tragischen Ereignissen weiter über den Fluch des Diamanten spekuliert, glaubt die Besitzerin weiterhin nicht daran. Sie behielt ihn bis zu ihrem Tod.

Brief in dem der Hope Diamant verschickt wurde
Von Evalyn Walsh McLean gelangte der Stein anschließend zu Harry Winston, einem amerikanischen Juwelier. Dieser spendete den Hope Diamanten im Jahr 1958 dem Smithsonian Institution, einer US-amerikanische Forschungs- und Bildungseinrichtung, die zahlreiche Museen umfasst. In einem einfachen Briefumschlag per Post, übersendet Winston den unbezahlbaren Diamanten. Schon das brachte dem Hope Dimanten zahlreiche Schlagzeilen, als dann aber nur wenig später der damalige Postbote James G. Todd von einem LKW angefahren, seine Frau stirbt und sein Haus abbrennt, sind sich die Leute einig. Der Hope Diamant hat ein neues Opfer gefordert. Dies bekommt auch unter anderem das Smithsonian Institution zu spüren, unzählige Leute schrieben Briefe, die vor dem Fluch des Diamanten warnten. Selbst Präsident Eisenhower soll Briefe erhalten haben, schließlich kann der Diamant nicht nur das Schicksal des Einzelnen, sondern auch das einer ganzen Nation auf dem Kopf stellen und im Osten drohte ja der russische Feind.

Ob wirklich ein Fluch auf den Hope Diamant liegt, kann natürlich nicht bewiesen werden. Die Fakten sprechen auf jeden Fall klar dagegen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Diamantenverkäufer Pierre Cartier die Geschichten rund um den Fluch erfand, um den Stein reizvoller für die potentiellen Käufer und Käuferinnen zu machen. Bei Evalyn Walsh McLean hatte er schließlich Glück und durch die anschließenden tragischen Ereignissen, war der angebliche Fluch in die Welt getragen.Cartier selbst soll die Geschichte aus dem Roman "Der Monddiamant" (The Moonstone, 1868) von Wilkie Collins geklaut haben.

Heute kann man den Hope Diamond in Museum für Naturgeschichte (Smithsonian National Museum of Natural History) in Washington D.C. betrachten.

Seine blaue Färbung verdankt der Hope Diamant dem enthaltenen chemischen Element Bor. Wie Wissenschaftler herausfinden konnten, ist die Bor-Konzentration aber nicht regelmäßig im Diamanten verteilt. Außerdem sollen die Bor-Atomen im Zusammenspiel mit dem Kohlenstoff und einem bisher noch nicht identifizierten Element für einen starken rötlichen Schimmer (fluoresziert) verantwortlich sein, wenn man den Diamanten mit ultravioletten Lichtstrahlen bestrahlt. Im Vergleich zu anderen Diamanten fluoresziert der Hope Diamant vor allem stärker und länger (fast eine Minute).

Quelle:




Artikel wurde am 07.08.2014 veröffentlicht.

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