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Diamant


Kaum ein Edelstein ist so begehrt und berüchtigt wie der Diamant. Er ist der härteste natürliche Stoff und verzaubert in seiner bearbeiteten Fassung durch Form und Farbe die Menschen schon seit Jahrhunderten.

Entstehung von Diamanten

Die Entstehung, bzw. Bildung eines Diamanten beginnt ganz tief unter der Erde, um genau zu sein im Erdmantel in Tiefen zwischen 150 und 660 Kilometer. Dort entstehen unter sehr hohem Druck und ebenfalls sehr hohen Temperaturen (1200 bis 1400 °C) aus den Diamant-Muttergesteine Peridotit und Eklogit die Grundlage der kostbaren Steine. Anschließend kommt es auf die Transportdauer an, die relativ schnell vonstatten gehen muss, da sonst eine Umwandlung zu Graphit entsteht. An die Erdoberfläche gelangt das Gestein über Vulkanausbrüche, wenn die emporsteigende Lava Brocken des Tiefengesteins mitreißt. Man spricht von sogenannten Kimberlite und die nur im Westen Australiens (Kimberley Kraton) vorkommende Lamproite. Gefunden werden können die Diamanten an der Oberfläche dann in den Diatremen (engl. Pipes), den vulkanischen Eruptivschloten.

Neben dieser natürlichen Bildung können Diamanten seit dem 15. Februar 1953 auch im Labor hergestellt werden. Dem Physiker Erik Lundblad bei dem schwedischen Elektrotechnik-Konzern ASEA gelang es an diesem Tag die Herstellung der ersten synthetischer Diamanten. Seit 1955 wird zur Herstellung der künstlichen Diamanten das sogenannte Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (HPHT - englisch: high-pressure high-temperature) angewandt. Konkret wird dabei Graphit in einer hydraulischen Presse bei Drücken von bis zu 6 Gigapascal (60.000 bar) und Temperaturen von über 1500 °C zusammengepresst und mit Hilfe eines Katalysators zu Diamanten umgewandelt. Doch trotz des Katalysators dauert dieser Prozess immer noch mehrere Wochen. Andere Methoden zur synthetischen Herstellung sind die sogenannte Detonationssynthese und die Schockwellensynthese.
Tipp: Mehr Informationen über die Physik, Struktur, Eigenschaften und Anwendungen, die Diamanten heute ermöglichen und in Zukunft noch ermöglichen könnten erfährt man in dem rund drei Stunden langen Podcast von Tim Pritlove und Physiker Reinhard Remfort auf cre.fm.

Brillant

Ein Brillant (falsch geschrieben: Brilliant) ist ein Diamant mit einem speziellen Schliff. Oft werden die Begriffe Diamant und Brillant fälschlicherweise synonym benutzt. Dies stammt wohl daher, dass gerade in Filmen vor allem Brillanten gezeigt, aber als Diamanten tituliert werden. Ein Brillant besitzt ein Schliff mit kreisrunder Rundiste, mindestens 32 Facetten plus Tafel im Oberteil, mindestens 24 Facetten plus gegebenenfalls Kalette im Unterteil. Es existieren heute verschiedene Varianten des Brilliant-Schliffs, darunter zählen sich der Tolkowsky-Brillant, Ideal-Brillant oder auch der Parker-Brillant.

Mythologie und Geschichte

Abgeleitet wird der Diamant vom griechischen Wort adamas, das soviel wie unbezwingbar bedeutet. Diese Eigenschaft, zeichnet auch heute noch Diamanten aus. Bei einigen Völkern wird der Diamant der Venus zugeordnet. Außerdem stand er für Stärke, Mut und Unverwundbarkeit.

Fundorte

Größte Diamantenvorkommen sind in Russland, Afrika in Australien und in Kanada. In Afrika findet man den Diamanten vor allem in Südafrika, Namibia, Botsuana, der Demokratischen Republik Kongo und Sierra Leone. Das bemerkenswerte ist, dass der Diamant schon auf allen Kontinenten gefunden wurde. So gibt es beispielsweise bei Archangelsk ein Vorkommen.

Bekannte/Berühmte Diamanten

Um Diamanten ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, aber auch wahre Begebenheiten. Nachfolgenden werden einige dieser bekannten und berühmten Diamanten aufgeführt:




Chemische Formel: C
Kristallsystem: kubisch
Kristallklasse: hexakisoktaedrisch
Farbe: farblos, alle Farben bei Diamant möglich
Strichfarbe: weiß
Mohshärte: 10
Dichte: 3,52 ± 0,01 g/cm3
Glanz: Diamantglanz
Spaltbarkeit: vollkommen (111)
Radioaktivität: in der Regel nicht radioaktiv, durch Bestrahlung oder enthaltene Verunreinigungen radioaktiv
Magnetismus: nicht vorhanden (diamagnetisch)
Diamant

Quelle: wikipedia.de fotografiert von Mario Sarto



Artikel zuletzt am 16.06.2018 geändert