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Karneol


Karneol
Fotografiert von Simon Eugster
Quelle wikipedia
Mythologie und Geschichte:
Der Karneol fand im Laufe der Geschichte viel Aufmerksamkeit, egal in welcher Zeit er sich befand. So bekam er das erste Mal in Ägypten große Aufmerksamkeit geschenkt. Er wurde aufgrund seiner Farbe als Lebensstein betitelt. Aufgrund der Annahme, dass der Karneol eine große Rolle im und nach dem Leben eines Menschen spielen kann, gab man in oft ins Grab eines Verstorbenen mit. Unter anderen wurden z.B. einige Karneole im Grab des Tutanchamuns gefunden. Weiter fand der Karneol große Beachtung im Ägyptischen Todesbuch.

Schmucktechnisch wurde der Karneol im alten Ägypten und später zu Ringen, Amuletten oder kleinen Figuren verarbeitet. Zusätzlich wurde der Karneol zu Gemmen verarbeitet. Dies geschah vor allem in der römischen Zeit.

Wegen der einfachen Bearbeitung des Karneols wurde er oft zu Sigelringe verarbeitet. Bekannte Beispiele für die Verarbeitung zu Ringen sind:



Viel Bedeutung wurde dem Karneol auch von Hildegard von Bingen beigemessen. Sie bezeichnete den Karneol als einer der wichtigsten Heilsteine. So soll er gegen Blutungen, Kopfschmerzen oder Husten helfen.

Doch nicht nur als Heil- oder Schmuckstein fand der Karneol Verwendung, denn auch in der Literatur der größten weltlichen Literaten fand er seinen Platz. So kam er in Johann Wolfgang von Goethe’s „Segenspfänder“ vor:

Talisman in Karneol,
Gläub’gen bringt er Glück und Wohl;
Steht er gar auf Onyx Grunde,
Küss’ ihn mit geweihtem Munde!
Alles Übel treibt er fort,
Schützet dich und schützt den Ort. (...)

Oder auch in „Wenn ich endlich einmal wüsste“ von Peter Paul:

"(...) Meiner Mutter Ohrgehänge
waren zwei Beryll-Kameen,
meines Vaters Halstuchnadel
war ein roter Karneol.
Edelsteine haben Kräfte:
grüner Pol und roter Pol. (...)"



Bildung:
Das Bildungsprinzip des Karneol’s ist Primär. Der Karneol ist ein eisenhaltiger Chalcedon mit einer roten bis rotbraunen Farbe. Aufgrund der Farbe unterscheidet man Varietäten des Karneols. So nennt, man einen rotbraunen Karneol: Sarder Fundorte:
Schöne Karneole stammen aus Indien. Aber auch in Japan, Australien, Sibirien, Brasilien und Nordafrika ist der Karneol zuhause.

Farbe:
Der Karneol präsentiert sich, wie viele Steine, in verschiedenen Farben. Verantwortlich für diese unterschiedlichen Farben ist die Menge des Elementes Eisen im Forme von Eisenoxid oder Eisenhydroxid. Dabei färbt das Eisenoxid den Karneol rot, während das Eisenhydroxid ihn braun färbt.

Momentan im Trend liegen Karneole, die beim Durchblicken feurig rot, beim Blick auf die Oberfläche aber schwärzlich rot erscheinen.

Gesundheitliche Heilwirkung:
Wie schon Hildegard von Bingen in ihrer Zeit über die Heilwirkung des Karneols schrieb, hilft er bei Blutungen und fördert die Durchblutung. Außerdem unterstützt der Karneol die Aufnahme von Vitaminen und Nährstoffe.

Psychische Heilwirkung:
Der Karneol gibt Menschen Mut, schwierige Situationen zu meistern und so zu überwinden. Er verleiht dem Träger Hilfsbereitschaft und hebt die Emotion.


Chemische Formel: SiO2
Kristallsystem: trigonal
Mineralklasse: Oxide/Hydroxide
Farbe: orangerot, braunrot, dunkelrot
Strichfarbe: weiß
Mohshärte: 7
Dichte: 2,50 bis 2,70 g/cm3
Glanz: Glasglanz bis matt
Spaltbarkeit: keine
Radioaktivität: nicht radioaktiv
Magnetismus: nicht magnetisch